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Log of DM5HF

Mittwoch, 17. August 2016

144-MHz-Transverter der Fachzeitschrift Funkamateur nach DC8RI

aVor einigen Wochen veröffentlichte das von mir am liebsten gelesene Fachmagazin Funkamateur einen neuen Transverterbausatz, der in weiten Teilen von DC8RI entwickelt wurde. Aufgrund des Einführungspreises von 320€ und der langjährigen Erfahrung von DC8RI in diesem Bereich, fiel es nicht schwer, den Button für die Vorbestellung auszuwählen.

Die bisherigen Leistungsdaten sind nur grob bekannt. Der Transverter wird eine Ausgangsleistung von bis zu 10W liefern und soll auch für Funkamateure geeignet sein, die über keine funktechnische Spezialwerkstatt verfügen. Dabei ist es möglich, den Transverter sowohl mit bis zu 10W oder mit bis zu 10mW anzusteuern. Das bedeutet, dass so ziemlich jeder gängige KW-Transceiver genutzt werden kann, um im Bereich von 28 bis 30 MHz das 2m-Band zu ergründen.

Die Veröffentlichung des Bausatzes freut mich in mehrerer Hinsicht. Zum einen experimentierte ich zuletzt mit den günstigen ukrainischen Transvertern, die ebenfalls 10W liefern, aber aufgrund ihres eher konservativen Designs kaum für den ambitionierten oder gar PA-Betrieb geeignet sind. Zum anderen ist es mittlerweile auf dem Markt der UKW-Allmode-Geräte übersichtlich geworden, was sich nicht zuletzt auch in der Bandnutzung bemerkbar macht. Denn außerhalb der einschlägigen Conteste ist 2m nur noch wenig frequentiert.

Mit dem Bausatz füllt der Funkamateur somit eine entstandene Lücke und wird hoffentlich dazu beitragen, 2m wieder stärker in den Fokus der Funkamateure zu rücken. Das Preisleistungsverhältnis ist dabei sehr hervorzuheben. Werden die Preise der Äquivalente von DB6NT oder von SSB-Elektronik in Betracht gezogen, so ist der Bausatz eine willkommene Lösung, um erst einmal wieder Fuß zu fassen. Sicherlich wird der geneigte OM Abstriche gegenüber diesen beiden kommerziellen Lösungen in Kauf nehmen müssen, jedoch klingen die ersten Contesterfahrung mit dem Prototypen vielversprechend.

Leider gelang es dem Funkamateur nicht, die Bausätze wie geplant auszuliefern. Aktuell gibt es wohl noch Herausforderungen, was die Baumappe anbelangt. Diese soll nun in der ersten Septemberwoche verfügbar sein und den Vorbestellern per Email übersendet werden. 




Positiv gestimmt nahm ich in diesem Zusammenhang gestern diesen Brief des Funkamateurs aus dem Postkasten, indem auch eine kleine Preisreduzierung gewissermaßen als Entschädigung für die Wartezeit der early birds angekündigt wurde. In meinen Augen ist das ein wirklich feiner Zug, wenngleich sich mein zeitlicher Druck in Grenzen hält. Natürlich werde ich weiter zu dem Thema berichten.

Sonntag, 31. Juli 2016

PowerSDR und N1MM im SSB Contest

Dieses Wochenende stand wie jedes Jahr um diese Zeit wieder im Zeichen eines der von mir am meisten geschätzten HF SSB Conteste. Genauer gesagt fand in den letzten Stunden der Island ON The Air (IOTA) Contest des britischen RSGB statt. Normalerweise ist es seit zwei Jahren stets meine Absicht, an diesen Wettbewerb von einer Insel aus teilzunehmen, aber aus verschiedenen organisatorischen Herausforderung lies sich die Reise nach Neuwerk leider nicht realisieren.

Aus diesem Grund stand schnell fest, als Alternative von Land aus zu starten. Da ich in der letzten Zeit doch eher weniger zum Funken gekommen bin, stand zunächst die Einrichtung des N1MM auf dem Plan. Diese Software ist von meiner Warte aus alternativlos, da es wirklich das Log der Contestlogs darstellt.

N1MM kann auf der einschlägigen Website geladen werden. Zunächst ist die Fullinstall zu installieren, anschließend folgt das letzte Update. Soweit so gut. Die Herausforderung ergibt sich in der Verbindung von PowerSDR mit dem Loggingprogramm. Während die Einstellung der CAT Verbindung (bei mir mittels VSPE von eterlogic Link) ein Selbstläufer ist, sieht es im Bereich des Audiointerfacings deutlich anders aus.

Warum ist das notwendig? Bestreitet der geneigte OM einen Contest, der länger als ein paar Stunden dauert, so ist ein Voicekeyer eine absolut praktische Sache. Dies bedeutet jedoch, das die Audio aus N1MM an PowerSDR geleitet werden muss, um dann in Form von HF den Anan zu verlassen.

An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Leitfaden vorstellen, der sich bei mir bewährt hat:

  1. Die Audioverbindung sollte grundsätzlich per VBaudio erstellt werden (Link). Obwohl ich viele Jahre lang auf Virtual Audio Cable gesetzt habe, stellen sich bei mir häufiger Probleme mit einer ungewünschten Rückkopplung ein.
  2. In N1MM muss zwingend das Register CAT und Audio ausgefüllt werden. Anbei zwei Screenshots: 
  3. Nun geht es an die korrekte Einstellung der Macros. Was sind eigentlich Macros? Diese Tasten dienen dazu, definiert für den jeweiligen Operator das richtige Soundfile per Tastendruck zu senden.
    Der rote Rahmen hebt die Macros hervor. Leider ist es bei N1MM so, dass die vordefinierte Macrodatei, die nach der Neuinstallation eingestellt ist, nicht optimal funktioniert. Ich hatte leider keine Möglichkeit, den CQ Ruf auf F1 zu legen, weswegen eine automatische Wiederholung meines CQ Rufes nach 2 Sekunden nicht erfolgte. Abhilfe schafft die .md Datei, die auf der Website von N1MM geladen werden kann (Link). Es sollte natürlich die SSB Datei geladen werden. Nun muss die Datei in den Ordner Dokumente C:\Users\DM5HF\Documents\N1MMLogger+\FunctionKeyMessages eingefügt werden.
  4. Das Macro F1 kann einfach editiert werden, indem rechts auf die Taste geklickt wird.
    Der rote Pfeil deutet auf die nächste Aufgabe hin, nämlich das Soundfile des CQ Rufes zu hinterlegen. Doch dazu gleich mehr, schließlich brauchen wir zunächst erst einmal einen CQ Ruf als wave Datei.
  5. PowerSDR bietet die Möglichkeit, seinen CQ Ruf aufzunehmen. Leider geschieht dies in einem wave Datenformat, das N1MM (natürlich) nicht verarbeiten kann. Demnach ist der mit PowerSDR aufgenommene CQ Ruf zu editieren. Dies klappt seit Jahren bei mir gut mit dem WavePad Sound Editor, der kostenfrei geladen werden kann (Link). Damit muss nun das wave file in das Format 8 Bit - 11025 KHz - Mono - PCM gebracht werden. Dies ist mit dem Programm ohne weiteres möglich. Das geänderte Soundfile muss nun in diesen Ordner gebracht werden: C:\Users\DM5HF\Documents\N1MM Logger+\Wav\DM5HF. Als Name sollte am besten die Datei mit CQ zu versehen werden.
  6. Ist das erfolgt, geht es weiter in N1MM. Es kann nun wie in Schritt 4 angedeutet, der Pfad zu dem CQ file ausgewählt werden.
  7. Arbeiten mehrere Operators an einer Station, so ist in dem Ordner N1MM auf derselben Ebene wie DM5HF (in meinem Beispiel  s.o.) ein Ordner mit dem Call des anderen Operators anzulegen. Die für diesen Op angelegte CQ Datei muss wiederum in den passenden Ordner gepackt werden, damit N1MM bei Op-Wechsel weiß, das statt Erich nun Egon an der Station funkt. Diese Umstellung erfolgt per Strg O. So ist sichergestellt, dass Erich nicht mit dem CQ Ruf von Egon sendet, zumindest sollte es ihm auffallen, wenn er sich nicht korrekt als Op eingestellt hat...

Das ganze klingt ein wenig konfus, ist aber simpel nachzuvollziehen, wenn der Rechner gestartet ist und die Programme offen sind. Nun kann mit F1 die CQ Rufschleife aktiviert werden. N1MM und PowerSDR verstehen sich also prima.

Der Contest selbst brachte mir zwar insgesamt Freude, aber keine einzige Insel, die mir noch in meiner Sammlung fehlte. Der SFI von weit unter 100 ließ dies bereits im Vorfeld erahnen. Nichtsdestotrotz waren von 20 bis 10m gute short skip Verbindungen zu verzeichnen. Am Samstagabend waren dann die japanischen und auch eine chinesische Station gut aufzunehmen. Auf 40m war teils extremes QSB, sodass die  Verbindungen teils ein Glücksfall von wenigen Sekunden waren. Nach 6 Stunden mehr oder weniger ambitionierter Teilnahme konnte ich 333 QSOs verbuchen, was doch mehr als erwartet war.




Freitag, 6. Mai 2016

Zubehör für die Portabelstation: Logitech K380

Das Loggen auf Papier empfand ich noch nie als optimale Idee, um QSOs nachzuhalten. Mittlerweile schaue ich auf 9 Jahre digitales Log zurück und freue mich immer wieder, welche Informationen diese Datenbank bereit hält. In der Station ist ein elektronisches Log heute keine Seltenheit mehr. Anders sieht es beim Portabelbetrieb aus.

Hier könnte sicher auf Papier geloggt werden, aber dann steht das Abtippen auf der to do Liste im Rahmen der Nachbereitung. Mit Blick auf die schmale Freizeit ist dies für mich undenkbar.
Mit HamLog existiert seit mehreren Jahren eine gute Möglichkeit, von unterwegs am Tablet oder am Smartphone QSOs einzugeben. Die App läuft auf iOS und Android gleichermaßen. Ein weiterer Clou ist sicher, dass die getätigten QSOs im ADIF Format per Mail oder per SD-Karte exportiert und damit dem zentralen Log zugeführt werden können. 

Bisher nutze ich ein Asus MemoPad HD7 für jegliche Amateurfunkaktivitäten outdoor, da dieses Tab technisch ausreichend ist und zudem keinen großen Verlust darstellt, sollte einmal etwas Unvorhergesehenes passieren. Da das Display mit 7“ etwas klein ausfällt, stellte sich mir schnell die Frage, inwieweit eine externe Tastatur zweckmäßig sein könnte. Zunächst verwendete ich eine faltbare Tastatur aus Windows CE Zeiten, jedoch gibt es hier so viele Mehrfachbelegungen auf den Tasten, dass die Freude in Grenzen bleibt. Schlimmer noch, das Tastaturlayout korrespondiert weder mit iOS noch mit Android hinreichend, was für zusätzlichen Ärger sorgt. 
Eine gute Lösung fand ich jüngst mit der Logitech K380 Tastatur. Dieses kleine, optisch sehr ansprechende aber dennoch gut bedienbare Eingabegerät ist zwischen 40 und 50 Euro im Online- und Retail-Handel erhältlich. Die Batterien halten sehr lang und es besteht die Möglichkeit, mittels eines Schiebeschalters die Tastatur komplett abzuschalten. Darüberhinaus bietet Logitech die Möglichkeit, zwischen drei gekoppelten Endgeräten umzuschalten. Dies erfolgt tatsächlich im Sekundentakt. Damit kann ich problemlos zwischen iPad, dem Asus Tab und sogar zwischen meinem dienstlichen Blackberry umherschalten. Auf allen drei OS funktioniert die Tatstatur einwandfrei. Alle Zeichen von der Tastatur werden  eindeutig und richtig übertragen.Für OSX User gibt es zudem eine graue Hinterlegung der Apple-spezifischen Tasten wie cmd und alt und auch die Windows Starttaste wurde nicht vergessen. Demnach bietet die Tastatur eine wirklich wunderbare Möglichkeit, mit verschiedensten OS erfolgreich zusammenzuwirken.
Im Portabelbetrieb hat die Tastatur zudem den Vorteil, dass sich das Asus Tab dort platzieren lässt, wo es nicht stört, aber gut ablesbar ist. Die Tastatur lege ich zum Schreiben gern auf die Oberschenkel. Nun ist es bekanntlich so, dass Displays den meisten Strom bei Tablets verbrauchen. Aus diesem Grund geht mein Asus bereits nach wenigen Sekunden wieder in den Ruhemodus über. Charmant an der Tastatur ist, dass wenn keine Displaysperre aktiviert worden ist, ich lediglich eine Taste betätigen muss, damit ich in HamLog die nächste Station eingeben kann. Ein Drücken des mechanischen Schalters am Tab entfällt damit. Das ist in der Tat eine feine Sache, auch wenn es vermutlich nicht all zu spektakulär klingt. Der praktische Nutzen ist hingegen wirklich bedeutend.
Alles in allem empfinde ich die Tastatur als eine sehr gute Wahl mit Blick auf Größe, Optik und Funktionalität. Und wem es beim iPhone mit der Wahtsapp-Nutzung geht wie mir und aufgrund seiner großen Finger recht schreibfaul ist, auch hier schafft die Logitech Abhilfe ;-)

Geschrieben mit der K380 am iPad Air


Mittwoch, 27. April 2016

Die perfekte Mobilantenne

gibt es leider nicht. Nachdem ich auf meinen Aufbau mit der Yaesu YA007 zunächst sehr stolz war, schlich sich doch schneller eine Änderung in der Mobilstation ein, als zunächst gedacht. 

Was war geschehen?

Sehr erfreut war ich darüber, dass die KXPA mit dem eingebauten ATU in der Lage war, die unresonante Peitschenantenne, welche auf der Anhängerkupplung montiert ist, auf den von mir favorisierten Bändern abstimmen konnte. Wie so oft zeigt sich in der Praxis aber, dass die Möglichkeit der Abstimmbarkeit und die Wirksamkeit der Antenne keinesfalls einhergehen. Eine simple Regel ist, dass eine Dummyload auch ein hervorragendes SWR bringt, wenngleich ein solcher Abschlusswiderstand für den Sendebetrieb keineswegs taugt. So ähnlich verhielt es sich leider mit meinem Mobilkonzept. Ich hatte mich während der ersten QSOs bereits gewundert, dass die hörbaren Signale selten über 57 hinausgingen. Da mein Betrieb sporadisch erfolgte, schob ich diesen Umstand zunächst auf die jeweiligen Ausbreitungsbedingungen, die mir anscheinend nicht wohl gesonnen waren. Nach und nach gelang es mir, auch einige Stationen aus Übersee ins Log zu bringen, aber die niedrigen Empfangspegel ließen mir keine Ruhe. Auch war ich diese Situation nicht von der ATAS 120 gewohnt, welche ich einige Jahre zuvor betrieb.

Rein aus Neugier versuchte ich nun, dem Problem Herr zu werden. Mein Lösungsansatz war zwar wenig galant, aber im Vergleich zur Performance der genutzten Antenne immerhin wirksam. Ich bestellte mir bei Classic International einen Satz der Hustler Mobilantenne. Da ich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub war, schien mir eine schnelle Lieferung sehr wichtig. Aus anderen Bestellungen wusste ich, auf die Jungs aus den Niederlanden ist verlass. So war es auch, wenige Tage nach Bestellung hielt ich einen 137cm langen Antennenstab, eine Adapterplatte für vier Resonatoren und drei Resonatoren für 40, 20 und 15m in meinen Händen. 

Die teils gescholtene Qualität der Antennen konnte ich nicht bemerken. Neben den in meinen Augen günstigen Preis ist das Finish der Antenne ganz ansehnlich. Ob jedoch weiß als Farbe die optimale Wahl darstellt, bleibt fraglich. Der Punkt ist aus technischer Sicht zwar zu vernachlässigen, allerdings entspricht mein Mobilfunkaufbau nicht wirklich der STVO/ STVzO. An meinem braunen Caddy fällt die weiße Antenne leider extrem auf, weil das Kontrastverhältnis sehr heftig ist. 

Der Betrieb mit der Antenne ist jedoch die wahre Freude. Nachdem Auspacken ist natürlich zunächst die Abstimmung der Resonatoren vorzunehmen. Obwohl ich im Urlaub keinen VNA zur Hand hatte, konnte ich alle drei Resonatoren auf die gewünschte Bandmitte justieren. Die Bandbreite der Resonatoren ist für mich ausreichend. Auf 40m habe ich etwa 50 KHz unter SWR 2 festgestellt, auf 20m ist es der gesamte SSB Bereich und auf 15m ohnehin. Dieser Punkt ist vor dem Hintergrund des ATU in der KXPA kein wirklich schlagendes Kriterium. Die Abstimmung habe ich im Übrigen mit der Adapterplatte und allen drei Resonatoren gleichzeitig vorgenommen.

Nach einigen Wochen Betrieb bin ich mit der Antenne deutlich zufriedener, als mit der Yaesu YA007. Der Grund lag nicht nur an den satten 59+ Signalen, sondern auch an etlichen 40m SSB Verbindungen, die mit der vormals genutzten Atas deutlich schwieriger waren. Selbst Pileups konnte ich in letzter Zeit häufig knacken, wenngleich dies im Schwerpunkt auf 20m erfolgte. Auf 15m gelangen mir bis dato mangels guter Bedingungen leider kaum Verbindungen, was aber aufgrund der hervorragenden 20m Resultate nicht weiter stört.

Einen Nachteil an der Antenne möchte ich jedoch an dieser Stelle nicht verschweigen. Obwohl mir die Qualität der Antenne zusagt, ist es mir gelungen den 40m. Strahler abzubrechen. Das Problem bestand darin, dass es auf einigen Parkplätzen Höhenbeschränkungen gibt, um die Einfahrt von bspw. Wohnmobilen zu verhindern. Ohne an die Antenne zu denken, fuhr ich leider sorglos bei Cuxhaven durch eine solche Höhenbeschränkung. Die Spule war zwar noch fest, aber der Abstimmstab oberhalb der Spule brach schlichtweg. Dagegen half leider auch nicht die schwere Tonnenfeder, da die Höhe einfach ungünstig war...

Die Amateurfunkstation DM5HF

Nachdem ich einige Beiträge über meine Aktivitäten außerhalb der heimischen Station veröffentlicht habe, möchte ich nun die Gelegenheit nutzen, meine Hauptstation vorzustellen.
Als Stationstransceiver nutze ich seit geraumer Zeit den Anan 100 mit dem Hermes-Board. Dieser TRX kann bis zu 100W leisten, was in der Regel nicht notwendig ist, da nachgeschaltet stets meine Endstufe von RF-Power, die HVLA 700, arbeitet. Um mein Sendesignal, welches in der Regel so ausschaut:
zu verbessern, nutze ich Predistortion. Predistortion ist seit einigen PowerSDR Updates für HPSDR verfügbar. Mittels einem Messkoppler, der hinter der PA sitzt, gelingt es, ein Messsignal zurück in den Anan zu führen, damit sich das Sendesignal wie folgt verbessert:
In der letzten Zeit werde ich häufiger gefragt, welche Mikrofonanlage ich verwende. Um eines vorweg zu nehmen, eine Anlage ist es nicht. Ich verwende ein Sony-Electretmikrofon, was zwar betagt ist, aber dafür eine tolle Qualität aufweist. Die innenliegende Batterie sorgt bei dem Mikrofon für den notwendigen Punch. Das Mikrofon habe ich direkt an den frontseitigen Eingang des Anan angeschlossen. Ebenfalls gut funktioniert die Möglichkeit, das Mikro rückseitig am Line In anzuschließen, welcher über den DB-25 Anschluss erreicht ween kann. Dort habe ich mir ebenfalls einen PTT In realisiert, um meine Fußtaste per Chinch anstecken zu können. Die Qualität der Modulation lässt sich im Wesentlichen auf die Einstellungsmöglichkeiten des Anan zurückführen. Im Register Transmit lassen sich Mikrofonverstärkung und Bandbreite des Sendesignals festlegen, die Optimierung erfolgt mittels eines softwarebasierten Equalizers, den PowerSDR bereits implementiert bekommen hat. Mit diesen Einstellungsoptionen ist m.E. kein weiteres externes Audio-Equipment vonnöten, da die Modulation oft als hervorragend von QSO-Partnern beurteilt wird, ohne dass ich nachgefragt habe.
Als Messgeräte kommt zunächst zwischen Anan und PA ein Diamond SX-1000 zum Einsatz, hinter der PA folgt das bewährte LP-100a. Neben zwei Koaxialkabeln führt von meinem Dachboden auch ein 12poliges Kabel in den Garten, welches einerseits einen Alfa Spid Antennenschalter und andererseits den Stockcorner Antennentuner JC-4 mit der Station verbindet.
Im Garten angekommen, befindet sich dort als zentrales Element ein Halbtelekopmast der ehemaligen NVA, der knapp 1,8m in der Erde versenkt wurde, um hier auf dem Geestrücken eine einigermaßen stabile Position zu erzielen. Der Aufbau war etwas schweißtreibend, aber problemlos händelbar:



Mit einer kleinen Verlängerung verfügt der Mast über eine Höhe von 10m über Grund. Am Fußpunkt des Mastes sitzt der Autotuner JC-4. Dieser Tuner ist in der Lage, nicht nur bis zu einem Kilowatt zu verdauen, sondern es können als L-Glied sowohl Groundplane Antennen als auch Zweidrahtleitungen direkt angeschlossen werden. Es bestehen die Optionen, zwischen zwei Grounplanes aus der Station umzuschalten oder eine Zweidrahtleitung anzuschließen. Ich habe mich für die letztere Möglichkeit entschieden.

Als Antenne verwende ich einen Dipol. Dieser verfügt über eine Spannweite von 2 x 20m, wobei die jeweils letzten 5m Enden nach innen zur Zweidrahtleitung, schräg nach unten, abgespannt sind. Am Ende meines Grundstücks befinden sich jeweils in der Flucht vom Hauptmast zwei 8m hohe Hilfsmasten, die von Gerd Liebal stammen und eine sehr gute Qualität aufweisen.
Der Vorteil der Antenne liegt darin, dass ein Betrieb von 160m bis 10m möglich ist. Der Wirkungsgrad auf 160m ist noch vertretbar, aufgrund der Kürze der Antenne sollte jedoch auch mit der Eingangsleistung vorsichtig umgegangen werden. Ich verwende auf diesem Band nicht mehr als 200W. Auf den übrigen Bändern nutze ich selten mehr als 400W, da dies in aller Regel nicht notwendig ist.

Im Betrieb begleitet mich eine Reihe von Software, die sich über Jahre zu einem festen Stationsbestandteil entwickelt hat. Als Herzstück werkelt natürlich PowerSDR. Mittels des Virtual Serial Port Emulator von Eterlogic realisiere ich meine COM Ports samt entsprechender Splitter, um von verschiedenen anderen Softwarelösungen auf den virtuellen COM Port des Anan zugreifen zu können. Die Audiokanäle erstelle ich mittels Virtual Audio Cable. Als Betriebssoftware nutze ich seit Jahren Logger32, das Dank N2AMG nicht nur mit FLDigi für Digimodes, sondern auch mit QRZ.com und Clublog interagieren kann. Neben einer hervorragenden QSL Verwaltung habe ich mir den Logger so angepasst, dass er farblich gefällig ist und bspw. DOKs kennt. Daneben verwende ich häufig noch WSPR, um insbesondere im Milliwattbereich zu schauen, wie sich die Ausbreitungsbedingungen aktuell darstellen.
Ein letztes Hilfsmittel der Station möchte ich nicht unerwähnt lassen. Für den Contestbetrieb schätze ich nach wie vor einen VFO-Knopf. Seit fast 7 Jahren nutze ich hierzu T-Mate, der per USB wirklich ausgezeichnet funktioniert. Der Knopf ist kein Schnäppchen, hält aber sehr gut und ist in meinen Augen alternativlos.


Samstag, 5. März 2016

Mit dem Kurzwellen-Transceiver auf die VHF-Bänder

war lange Zeit eine recht kostspielige Möglichkeit, wenn es darum ging, auf 2m zu werden. Während das 6m Band von den meisten Kurzwellen-Sendeempfängern erfasst wird, sieht es bei 2m anders aus. Einige positive Ausnahmen bilden sicher Icoms 7400 und 9100, welche auch auf den höheren Bändern sendefähig sind, doch generell ist bei den meisten anderen Herstellern bei 60 MHz Schluss.

Mittels eines Transverters ergibt sich die Möglichkeit, auch mit dem Kurzwellengerät das 2m Band zu erschließen. In der Regel wird der Bereich von 28 bis 30 MHz sowohl sende- als auch empfangsseitig auf den Bereich von 144 bis 146 MHz umgesetzt. Da es mir vor allem darum ging, wieder in APRS QRV zu werden, hielt ich den bekannten DB6NT Transverter für etwas überdimensioniert, wenngleich das Gerät selbst eine hervorragende Lösung darstellt. Elecraft bot für den K2 einst optionale Transverter an, die jedoch - soweit mir bekannt - nicht mehr erhältlich sind. TenTec hatte seinerzeit mit dem Modell 1210 ebenfalls eine interessante Transverter-Lösung als Bausatz entwickelt, der aber heute nur noch selten als hoch gehandeltes Gebrauchtgerät auftaucht. Für den KX3 bietet Elecraft heute einen internen Transverter an, doch dieser ist recht teuer und zudem wäre eine Verwendung am Anan nicht möglich. Auch stört mich die geringe Sendeleistung. Insofern musste die Suche weitergehen und wie so oft ist es der Zufall der Lösung bringt.

Eines Abends stieß ich in der Bucht auf einen ukrainischen Hersteller, der für knapp über 50 Euro diverse Transverter-Platinen anbietet. Das Portfolio ist umfangreich und umfasst 6m, 2m, 70cm und weitere Bänder. Gewählt werden kann zwischen der einfachen Platine oder aber dem Komplettpaket bestehend aus Transverter-Platine, Eingangsabschwächer-Platine und Gehäuse. Mir war es wichtig, beim Zoll nicht sonderlich aufzufallen, weswegen ich mich ausschließlich für die Platine entschied. Bereits nach einem halben Tag erhielt ich die Versandbestätigung mit dem Hinweis, dass die Lieferung etwa 20 Tage dauern würde. Umso überraschter war ich nach 14 Tagen, als mir ein wohl gepolstertes Einschreiben zugestellt wurde. Der Zoll hatte im Übrigen den Hinweis darauf vermerkt, dass der Brief für Ihn nicht interessant sei...



Prima dachte ich. Nach einem kurzen Studium der Schaltung erinnerte mich doch so einiges an den TenTec 1210, den ich vor vielen Jahren auch einmal selbst aufgebaut hatte. Aufgrund der SMD Technik ist die Platine nun aber deutlich geschrumpft und es war für mich zunächst fraglich, ob der Transverter die spezifizierten 12 Watt wohl wird erreichen können. Die Dokumentation des Transverters insgesamt ist schon etwas dürftig und mit der Dokumentation von TenTec nicht vergleichbar. Allerdings sind die noch ausstehenden Arbeiten von wirklich kleinem Umfang.

Zunächst ist ein passendes Gehäuse für die Platine zu finden, da es essentiell ist, dass der Endstufen-Transistor ordentlich Kühlblech erhält. Andernfalls sollte die Freude nur kurz anhalten. Ich hatte aus einem gescheiterten Projekt zum Thema Fernspeiseweiche noch ein Aluminium-Druckgussgehäuse, das im ersten Schritt eine sehr gute Behausung bieten sollte. Im nächsten Schritt ging es darum, die Verkabelung zu den einzelnen Buchsen vorzunehmen. Hierbei sind 28 MHz Input, 144 MHz Output, 12V und die PTT-Steuerleitung entsprechend zu verdrahten. Zur Vereinfachung wurden unterdessen auf der Unterseite der Platine durch den Hersteller Steckbrücken angebracht, um auf das Löten zu verzichten. Ich habe hier leider keinen nachhaltig guten Kontakt realisieren können, weswegen ich alle Anschlüsse auf die Oberseite der Platine gelötet habe.


Nach getaner Arbeit ging es nun daran, den Transverter zum Leben zu erwecken. Dazu verkabelte ich den Transverter mit meinem KX3 und stellte diesen auf Transverterbetrieb. Das charmante an Letzterem ist, dass der KX3 nicht nur in der Lage ist, die Frequenzen auf 2m richtig darzustellen, sondern er kann auch den Input auf unter 100 mW begrenzen. Damit ist ein Überfahren der Eingangsstufe ausgeschlossen. Über den ACC2 des KX3 lässt sich zudem die Steuerleitung für die PTT anschließen. Schnell noch die Antenne verbunden und die Frequenz auf 144,800 MHz eingestellt. Ich war begeistert. Laute APRS Signale schallten aus dem KX3. Ein Drehen über die Bänder zeigte schnell, dass auch Relais und Ortsrunden hörbar waren. Auch sendeseitig funktionierte der Transverter. Beim senden konsumiert er zwar an die 2 A, dafür gibt er aber auch die spezifizierten 12 W ab. Ich habe jedoch den Transverter auf 10W geregelt, was für mich völlig ausreichend ist. Am Rande sei erwähnt, dass der Transverter bestens abgeglichen war. Der Oszillator schwingt perfekt auf 116 MHz.


Das erste QSO fand vorgestern mit Sascha, DO3STD, statt. Selbst bei längeren Durchgängen wurde das Transverter-Gehäuse nur handwarm und keineswegs heiß. Zudem bescheinigte mir Sascha auch eine gute Modulation ohne jedwede Verzerrung.



Doch zurück zum Ursprung. Der Ausgangspunkt für das Projekt war, wieder in APRS QRV zu werden. Nachdem ich einige Zeit Kenwoods TMD710 genutzt hatte, träumte ich seinerzeit schon davon, die selbst empfangenen Stationen auf einer Karte sehen zu können. Mit UIView klappte das seinerzeit, aber die Software ist nicht auf den einschlägigen Tablets und Smartphones lauffähig. Wirklich gute Erfahrungen unter iOS habe ich mit PocketPacket erzielen können. Die App funktioniert wie ein NF-Modem und ist nicht auf eine Internetverbindung angewiesen. Sowohl sendeseitig als auch empfangsseitig funktioniert die App hervorragend. Verbunden habe ich den KX3 mit dem iRig, welches ich nun schon seit Jahren erfolgreich als Verbindungsglied zwischen mobilen Endgeräten und Funkgeräten verwende.

Samstag, 6. Februar 2016

Mobil auf der Kurzwelle: VW Caddy und Elecrafts KX3

Bereits vor einiger Zeit hatte ich darüber berichtet, wie es mit geringem Aufwand möglich ist, Yaesus FT857 samt ATAS-120 in einem Ford Focus zu montieren. Nachdem mich der Focus über viele Jahre lang treu begleitete, stand im vergangenen Jahr ein Wechsel an, über den ich bereits berichtete (Link). Neben diesem Wechsel ergab sich noch ein weiterer, indem ich mich von meinem 857 trennte und stattdessen auf den Elecraft KX3 umsattelte. Da ich seit geraumer Zeit auch über die zugehörige KXPA100 samt ATU verfüge, reifte schnell die Überlegung, neben der Portabelmöglichkeit des KX auch den mobilen Kurzwellen-Einsatz zu testen.

Damit waren bereits die wesentlichen Baugruppen vorhanden, nur ein entscheidendes Modul fehlte noch – die Antenne. Mit ein wenig Recherche bei den einschlägigen Herstellern kristallisierten sich schnell die dominierenden Konzepte heraus:

1) Die Screwdrivers
Diese Antennen funktionieren nach dem Prinzip, das eine motorgetriebene Spule samt Federstahlrute zur Resonanz führt. Die genannte ATAS120 wäre neben den Antennen von Tarheel eine bekannte Vertreterin. Vor dem Hintergrund, dass die KXPA100 jedoch über einen ATU verfügt, Screwdrivers zusätzlich recht kostenintensiv sind und obendrein auch mechanisch als nicht unanfällig gelten (Streusalz im Winter etc.), kam diese Art somit nicht in Frage.

2) Die Wanderleitung
Mittlerweile existieren eine Vielzahl von Antennen,  die über ein spezifisches Spulen-Wickelschema am unteren Ende verfügen und mittels einer Wanderleitung den passenden Abgriff finden. Damit lässt sich bereits eine grobe Resonanz erzielen. Die Feinjustage erfolgt jedoch über die Verkürzung oder Verlängerung der Rutenspitze. Bekannte Vertreter dieser Antennen firmieren oft unter dem Stichwort Outbacker, allerdings stammen die Originale aus Australien und sind aktuell nur schwerlich am deutschen Markt zu finden. Der Preis deutet zudem in die Richtung der Screwdrivers. Die bei uns oft für kleines Geld angebotenen Derivate haben mich bisher weder mechanisch noch hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen können. Insofern schied auch diese Möglichkeit für mich aus.

3) Das Monobandkonzept
Im Aufbau verglichen zu den vorgenannten Systemen schnörkellos, ist die Monobandmobilantenne immer noch in vielfältigen Variationen zu finden. Kurze Modelle mit einer Länge von gerade einmal 1,2m finden sich neben anderen Antennen, die deutlich über 2m Länge aufweisen. Persönlich überzeugend finde ich stets die Antennen von ProAM, die ich bereits in meiner Studentenbude auf 80m vom Fensterbrett aus mit Erfolg in Digimodes betreiben konnte. Störend finde ich beim Mobilbetrieb nur, dass es während der Fahrt einfach nichz möglich ist, von 40m auf 20m zu wechseln. Zudem habe ich in der PA einen Tuner, sodass eine unbedingte Resonanz nicht zwingend an der Antenne selbst notwendig ist.
Eine Ausnahme bilden an dieser Stelle die Monobandstrahler von DK2RZ. Diese sind hinreichend resonant, um mit gängigen Anpassgeräten in Resonanz versetzt zu werden. Überzeugt haben mich bei den Antennen insbesondere viele QSOs auf 40m mit Mobilstationen, die mir stets durch wirklich gute Signale auffielen. Leider bleibt noch der Nachteil der Monobandlösung selbst, aber für 40m wird mein Herz sicher doch noch eines Tages schwach werden...

4) Der Systembaukasten
An dieser Stelle ist ein traditioneller Hersteller zu nennen, der seit vielen Jahrzehnten ein ausgeklügeltes Antennen-System anbietet – Hustler. Relativ frei kann sich der geneigte OM seine Mobilantenne konfigurieren: kleiner Mast – großer Mast – knickbar – stabil – Resonator für ein Band – bis zu 4 Resonatoren gleichzeitig. Ein tolles System, wie ich finde, dass obendrein auch preislich nicht unattraktiv ist. Einzig stört mich, dass die Nutzung von mehreren Resonatoren mit der Adapterplatte zu einem ganz schönen Antennenbaum am Fahrzeug führen, der bei Autobahnfahrten sicher ganz schön in Wallung gerät. Das war mir bis dato zu gefahrvoll, weswegen ich die Antenne ebenfalls beiseite schob.

5) Die Sündhaftteuren
Teuer ist ja bekanntlich relativ. Allerdings lässt sich bei Preisen von jenseits der 1.000€ Grenze für eine Mobilantenne sicher von hinreichender Repräsentativität in diesem Zusammenhang sprechen. Antennen, die in diese Kategorie fallen, sind z.B. jene Stealth-Antennen, welche ähnlich dem Screwdriverprinzip arbeiten und für professionelle Anwender bestimmt sind. Schlagfestes ABS, rasend schnelle Abstimmung und Betrieb in allen Klimazonen sind hierbei natürlich Selbstverständlichkeiten...
Ebenfalls unter diese Kategorie verorte ich diverse Angebote an Mobilantennen, die mittels vieler Stubs versuchen, Mehrbandbetrieb zu ermöglichen und dabei preislich wiederum in Richtung der Screwdrivers zeigen. Diamond hat solche Antennen im Angebot, die teils aber nur 20W verdauen, schwierig abzustimmen sind und dafür in Nutzerberichten hinsichtlich ihrer Performance arg abgestraft werden.

6) Die Rute
Sie klingt unspektakulär und das ist sie auch. Konzeptionell basiert die Rute eigentlich auf einem Koppler, der automatisch in Lage ist, Drähte verschiedenster Längen auf Resonanz zu zwingen. Geläufig sind diverse AHs von Icom oder FGs von Yaesu. Bekannt sind zudem der CG3000 oder Produkte der Firma SGC. Diese Tuner sind in der Lage, einen Draht, beispielsweise ab 2m Länge bei einem entsprechenden Gegengewicht von 40m bis 6m auf allen Frequenzen abzustimmen. Desto länger der Draht, desto besser das Gegengewicht, desto besser ist natürlich der Wirkungsgrad. Aber die Lösung ist in fast jeder Situation nicht nur in der Bedienung komfortabel, sondern auch sehr  flexibel an fest jedem Ort einsetzbar. 
Da die KXPA100 über einen internen Tuner verfügt, der in der Lage ist, bei 100W Output noch ein SWR bis 10 in erträgliche Bereiche unter 2 zu transformieren, lag der Schluss nahe, einmal eine Rute als Antenne zu testen. Nun ging es auf die Suche nach einem mechanisch geeigneten Strahler für den Mobilbetrieb. Auch hier ist das Preisgefüge breit gefächert und beginnt bei um und bei 30€ (simple MFJ Federstahlrute) und zieht sich bis deutlich über 300€ (Icom AH2). Ich entschied mich für die schneeweiße Yaesu YA007, die nicht nur den Strahler mitliefert, sondern zugleich auch einen ordentlichen Anschlussfuß samt Tonnenfeder, der wiederum von Diamond stammt. Letztere Komponenten sind beim Einzelkauf hinsichtlich ihres Preises leider auch nicht zu unterschätzen...

Damit war die Entscheidung gefallen, bestellt – geliefert – fertig. Fertig? Nicht ganz, zwar sind nun die entscheidenden Baugruppen vor Ort, aber ein kleines Detail fehlt natürlich noch. Die Yaesu-Rute muss noch irgendwie am Fahrzeug befestigt werden. Da ich bei Diamonds Kofferraumklemme weder mit der Qualität, noch mit der Stabilität zufrieden war, stand schnell für mich fest, wieder eine Eigenbaumontage für die Anhängerkupplung vorzusehen. Ja, in der Tat, ein solcher Aufbau ist rechtlich fragwürdig - zumindest während der Fahrt. Hinsichtlich der mechanischen Stabilität sowie mit Blick auf die elektrische Verbindung zur Fahrzeugmasse findet sich jedoch kaum ein geeigneterer Platz für die Antenne.
Gesagt getan, kaufte ich zwei 70er Unterlegscheiben, die etwa 1,5mm Materialstärke aufweisen. Da Anhängerkupplungen auf 50mm Durchmesser genormt sind, passen die Scheiben sehr gut als kostengünstige und stabile Basisplatten. Drei Löcher für 6er Schrauben reichen nach meiner Erfahrung, um dann mit selbstsichernden Muttern den Kopf der Anhängerkupplung so zu umschließen, dass auch bei einer Lockerung der Muttern der Antennenfuß nicht verloren werden kann.

An der Unterlegscheibe lässt sich Fuß der Yaesu-Rute mit zwei 5er Schrauben ebenfalls leicht und sicher befestigen. Der Aufbau klingt ist unspektakulär, kostet wenig und hat die ersten Autobahnkilometer bereits erfolgreich absolviert.
Der Anschluss wird per RG58 ausgeführt, welches sich noch gut durch die Kofferraumabdichtung führen lässt.

Nachdem die Antenne ihren Platz am Fahrzeugheck gefunden hat, geht es nun daran, den KX3 in den Caddy zu integrieren. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen originären Lieferwagen handelt, stellt Platz somit kein Problem dar. Im Kofferraum befinden sich seitliche Ablagen, in welche die KXPA100 saugend passt. Die Kabel lassen sich in weiten Teilen mit geringem Aufwand unter den Kunststoff-Abdeckungen oder unter den Fußmatten entlang führen.
Im Cockpit wurde ich überrascht. Schließlich muss hier der KX3 so platziert werden, dass eine ergonomische Bedienung während der Fahrt gewährleistet ist. Die ausklappbaren Füße des KX3, die ihm zwar auch viel Kritik eingebracht haben, passen vorzüglich in die Lüftungsgitter in der Mittelkonsole. Mit zwei kleinen Kabelbindern an den Fußenden lassen sich Widerhaken basteln, damit der KX3 während der Fahrt nicht aus den Lüftungsgittern herausrutschen kann. 
Was sich beim 857 als wenig ergonomisch erwies, war das Handmikrofon. Dies hatte wenig mit dem Mikro selbst zu tun, sondern lag allein in der Tatsache begründet, dass mir die dritte Hand zum Funken, Lenken und Schalten fehlte. Da ich auch portabel ein günstiges Sennheiser Headset via VOX nutze, war schnell der Gedanke geboren, dies auch im Mobilbetrieb zu nutzen. 
Im praktischen Betrieb hat sich der Aufbau bereits gut bewährt. Die Ergonomie ist ausreichend gegeben, sodass sich auf der Autobahn oder auf langgezogenen Landstraßen erfolgreich QSOs führen lassen. Die VOX ist schnell aktivier- sowie deaktivierbar und funktioniert zuverlässig. Der Antenne kann von der KXPA100 von 40m bis 10m sehr gut abgestimmt werden. SWRs von maximal 2,2 stellen sich frequenzabhängig ein. Der Betrieb auf 80m scheitert am SWR von um und bei 3, wobei 2,2m Antennenlänge hier ohnehin mangels Ladespule zu wenig brauchbaren Resultaten führen dürften. Die Perfomance im QSO-Betrieb ist von 10 – 20m als sehr gut und subjektiv vergleichbar zur ATAS zu bewerten. Auf 40m sind QSOs möglich, aber merklich schwerer erreichbar. Subjektiv halte ich die Antenne auf 40m jedoch für überlegen im ex post Vergleich zur ATAS.